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GSO-Newsletter 1/2020
Als Wissenschaftler*in in die Wirtschaft

Liebe Scholars, liebe GSO-Interessierte,

bevor wir uns dem geplanten Newsletterthema widmen, kommen wir nicht um COVID-19 herum. Benedikt vom empfehlenswerten Blog Elephant in the Lab schreibt dazu, welche Chancen die Krise für die Forschung birgt.
Und Nature skizziert, welche Auswirkungen fehlende Konferenzen auf die Wissenschaftscommunity haben könnten.

Susanne Geu gibt Empfehlungen, wie Wissenschaftler*innen trotz der Konferenzausfälle ihre Forschungsergebnisse teilen können und Tobias Leipprand zeigt, wie analoge Agenden von Konferenzen und Meetings in digitale umgewandelt werden können.

Wir beschäftigen uns im Newsletter-Fokus näher mit dem Wechsel von Hochschule oder Forschungseinrichtung in den Wirtschaftssektor – ein weites Feld mit vielen Möglichkeiten für Wissenschaftler*innen.

René Sternberg z.B. ist promovierter Soziologe und Informations-
architekt
und wusste vor seinem Jobantritt auch nicht, was das eigentlich bedeutet. Mehr dazu im Interview mit ihm.

Bleibt gesund und herzliche Grüße aus dem stillgelegten Berlin,

Anne & das GSO-Team

Im Fokus

Als Wissenschaftler*in in die Wirtschaft

65% aller Promovierten unter 45 Jahren in Deutschland sind laut dem „Bundesbericht wiss. Nachwuchs“ (S. 186) im Wirtschaftssektor tätig. „Die Wirtschaft“ gibt es dabei nicht – vom Forschungsleiter in der Industrie über die Managerin in einem mittelständischen Unternehmen bis zum Allrounder im Start-up sind Bedingungen und Tätigkeitsprofile vielseitig.

Der Einstieg ist oft disziplinabhängig leichter oder schwerer. Wichtig ist es, die Entscheidung nicht zu lange aufzuschieben – denn ein Sektorenwechsel erfordert Recherche und Vorbereitung. Wichtige Fragen und Antworten dabei:
Have you reached ‘peak academia’?“ und „Will I regret leaving academia?“.

Und eine wichtige Message aus unseren Webinaren: Wissenschaft ist auch außerhalb von Unis möglich. Mehr dazu in den Gesprächen zu „From PhD to Business“ mit Dr. Harald Dinter und zu „Medical Writing“ mit Dr. Abraham Shevack.

Inspiration für weitere Berufsfelder auch abseits der Forschung in der Wirtschaft findet ihr bei den „PhD Career Stories“ und bei „PhDs at work“.

GSO Insights 
// Leadership Academy (LSA) Alumna Manu Schuetze zu Mental Health Maßnahmen angesichts von COVID-19 und was hilft, wenn man von zu Hause arbeitet und Kinder betreut.
// LSA Alumnus Felix Günther erklärt im FameLab der Universität Postdam den Zusammenhang zwischen Bananen und Mathematik.
// Michael Saliba, LSA Alumnus, erhält den Heinz Maier-Leibnitz-Preis.
// Wir unterstützen kluge Köpfe, unterstütze uns!
Mit unseren kostenlosen Beratungsangeboten – über 150 Beratungsgespräche (auch digital) im Jahr - eröffnen wir Wissenschaftler*innen neue Karriereperspektiven. Auch unsere Webinare sind kostenfrei. Deshalb freuen wir uns auf eure Spende für die GSO auf betterplace.org.

Bei individuellen Fragen wendet euch gern an Marieke für ein persönliches Beratungsgespräch unter uzum@gsonet.org.


GSO/GAIN Stammtische
Cheers to careers! Die Wissenschaftler*innen-Stammtische sind regionale, informelle Netzwerktreffen von und für deutschsprachige Wissenschaftler*innen, die aktuell im Ausland leben und forschen. Die Stammtische werden gemeinschaftlich von der GSO und dem German Academic International Network (GAIN) unterstützt und begleitet.
Auf Grund der Verbreitung von COVID-19, empfehlen wir die Treffen zu verschieben oder digital zu organisieren. Bleibt gesund!
Trotz Einschränkungen im Stammtsich-Betrieb begrüßen wir unsere neuen Stammtischkoordinatoren Kai Beckhaus in Houston und Martin Skrodzki in Tokyo!

Auf unserer Website findet ihr alle aktuellen GSO/GAIN Stammtisch-Standorte. Bei Interesse Koordinator*in zu werden, freuen uns auf eure Anfrage: wissenschaftler-stammtisch@gso-gain.org.


Express-Interview

René ist promovierter Soziologe und Head of Professional Services bei HIRSCHTEC GmbH & Co. KG - Intranet Expertise. Als Informationsarchtitekt begleitet er Organisationen bei der Einführung von komplexen Intranetsystemen. Er engagiert sich zudem als Beirat bei der GSO.

1. René, du hast bereits während deiner Promotion im Bereich der Organisationssoziologie entschieden, nach der Dissertation in die Wirtschaft zu gehen. Warum?

Dafür gab es mehrere Gründe. Ich promovierte ab 2010 über Web 2.0 und wie diese neuen Werkzeuge die interne Unternehmenskommunikation ändern. Dabei stellte ich fest, dass ich in der Wissenschaft fast alleine mit diesem Thema war. In der Wirtschaft war es anders. Dort gab es eine sogenannte Enterprise 2.0 Community, in der sich Vordenker*innen der Web 2.0 zur Nutzung in Unternehmen versammelten. Diese traf sich auf verschiedenen Formaten, z.B. Fachkonferenzen, auf denen ich als Exot (Promovierender) ein gern gesehener Diskussionspartner war. Dieser Austausch ermöglichte mir einen praxisbezogenen Einblick in dieses Berufsfeld. Ein weiterer Grund war, dass ich durch das sehr neue Themenfeld keine wirklichen Förderer in der Wissenschaft fand, die mir eine Perspektive in der aufzeigen konnten. Zusätzlich war mir klar, wie unsicher der Weg in der Wissenschaft ist. In der Soziologie schafft es von 30 Wissenschaftler*innen mit einem Ph.D. nur eine Person einen Lehrstuhl zu ergattern. Dieses Risiko war mir zu groß, weshalb ich schon während der Promotion beschloss, nach dem Abschluss in die Wirtschaft zu gehen. Rückblickend war dieser Entschluss genau das Richtige.


2. Welche Schritte musstest du gehen und welche Ungewissheiten haben dich auf dem Weg dabei begleitet?

Während der Promotion fing ich auf Twitter und Facebook an, Persönlichkeiten der Enterprise 2.0 Community zu folgen und einen Blog zu schreiben, in dem ich Themen meiner Dissertation diskutierte. Als ich meine Arbeit an der Uni einreichte, bewarb ich mich bei Firmen, indem ich ein Video bzgl. Jobsuche aufnahm. Dieses Video teilte ich auf meinen Blog, auf Social Media und bat um Weiterleitung. Insgesamt meldeten sich sechs Firmen. Letztlich einigte ich mich mit meinem jetzigen Arbeitgeber – das war vor sechs Jahren.

3. Was sind drei Tipps, die du unseren Forschenden mit auf den Weg geben möchtest?

// Sei Dir deiner Fähigkeiten bewusst. Viele unterschätzen, was sie können und verkaufen sich deshalb relativ schlecht. Wenn Du weißt, was Du einbringen kannst, dann findest Du auch einen guten Job, der Dich ausfüllt und Dir Freude bereitet.

//Promovierende sind Exoten für Personaler oder Geschäftsführende. Sie wissen oft nicht, wie sie Promovierende, z.B. vom Gehalt her, einschätzen sollen. Deshalb mein Rat: Das Gehalt sollte beim Übergang von der Wissenschaft in die Wirtschaft eine nachgelagerte Rolle spielen. In der Wirtschaft angekommen, kannst Du deine Stärken einbringen und so Deinen Mehrwert aufzeigen. Wenn dies gelingt, dann steigt auch das Gehalt.

// Einige Wissenschaftler*in, die ich kenne, neigen zum Perfektionismus. Alles muss bis ins Detail durchdacht werden, bevor gehandelt wird. In der Wirtschaft ist es gut, das Ganze im Blick zu behalten. Noch wichtiger ist es, Ergebnisse zu produzieren, auch wenn diese manchmal nur zu 80% dem eigenen Anspruch genügen. 


4. Wenn du ein Parallelleben führen könntest, wie würde deine alternative Karriere aussehen?

Diese Frage hört sich ein wenig nach „Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?“ an. Ich glaube, dass solche Fragen unglücklich machen. Wichtiger ist, sich eine Aufgabe zu suchen, die einem meistens Spaß macht. Wenn dies der Fall ist, dann bin ich auch gut in dem, was ich jeden Tag mache. Außerdem: Immer offen für Neues und lernwillig sein!


Opportunities

Förderprogramme, Ausschreibungen & Events

// NRW-Rückkehrprogramm

Jetzt bis zum 20. April bewerben: Mit dem Rückkehrprogramm will das Ministerium für Kultur und Wissenschaft junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zur Rückkehr nach Nordrhein-Westfalen bewegen. Die Ausschreibung 2020 richtet sich an Nachwuchswissenschaftler*innen aus dem Themenfeld Batterieforschung.


// „Young Investigator Fund” der Schering Stiftung und der Fritz Thyssen Stiftung

Der „Young Investigator Fund” unterstützt erfolgversprechende Forschungsideen junger Wissenschaftler*innen aus dem Bereich der biochemischen, neurowissenschaftlichen oder immunologischen Grundlagenforschung mit biomedizinischer Implikation. Bewerbungsfrist: 15. April 2020.


//Freigeist-Stipendium der Volkswagen-Stiftung

Gefördert werden exzellente Nachwuchswissenschaftler*innen aus allen Fachbereichen, die außergewöhnliche, risikobehaftete Wissenschaft zwischen etablierten Forschungsfeldern im Rahmen einer Nachwuchsgruppenleiter-Stelle betreiben möchten. Bewerbungsfrist: 15. Oktober 2020


// Konferenz Humboldt meets Leibniz”
Die Veranstaltung (Oktober 2020) an der Universität Hannover wendet sich an talentierte und hochmotivierte Promovierende und Postdocs aus dem In- und Ausland, die noch am Beginn ihrer wissenschaftlichen Karriere stehen. Bewerbungen zur Teilnahme am Panel werden bis 20. April 2020 angenommen.


Karrierewissen

Science-ing from home
(nature)

Secrets to writing a winning grant (nature)

Erfolgreich Drittmittel einwerben für kreative Forschungsideen (Forschung&Lehre)

I’m an academic, not a therapist. How do I support my group members’ mental health and well-being right now? (Desiree Dickerson via LinkedIn).

Welchen Sinn hat Twitter für Forschende? (@Susanne Geu)

Three bad reasons to do a postdoc (sciencemag)


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